Erfahrungsbericht über einen Tag aus dem Chaos des Lebens

Schließlich habe ich gestern willkommen zum Leben gesagt 😉

 

Heute war so ein Tag, an dem scheinbar nichts zu funktionieren schien. In vielen Dingen war der Wurm drin.

  • Mit Kopfschmerzen aufgewacht. 🙁
  • Bis zum Termin mit Janina es nicht geschafft zu frühstücken. 🙁
  • Beim Vorstellen der neuen Website von ThankNet.de festgestellt, dass die ganze Arbeit von gestern weg war, weil ich heute morgen ein Bild dazu gefügt habe, ohne die Seite vorher zu aktualisieren. 🙁
  • Die Firma, von der ich die Flasche mit dem Heliumgas gemietet habe, war nicht erreichbar und hat auch nicht zurück gerufen, so das sich dort keine Lösung für die noch fast volle Flasche finden ließ. 🙁
  • Als wir mit unseren Luftballons losgezogen sind, um die Menschen persönlich anzusprechen und abzuholen, bin ich mit dem Rad der Sackkarre mit einem Rentner im Gehwagen kollidiert. 🙁
  • Die Kollision hatte zur Folge, dass ein paar Meter später mitten auf der Straße das Rad von der Sackkarre abgefallen ist. 🙁
  • Auf der Suche nach der Radsicherung habe ich sie breitgefahren und damit scheinbar unbrauchbar auf der Straße wieder gefunden. 🙁
  • Jetzt ging es nur noch langsam weiter, da nach jedem halbem Meter das Rad neu auf die Achse geschoben werden wollte, damit es nicht wieder abfällt. 🙁
  • Der Plan wieder auf den Eidelstedter Marktplatz zu gehen, war damit erst einmal geplatzt. 🙁
 

Kennst du diese Tage? Wie reagierst du in diesen Situationen?
Wenn ich auf meine Vergangenheit zurückblicke, dann fallen mir dafür so typische Muster ein:

  • Eine Kopfschmerz-Tablette einwerfen, damit ich trotzdem funktionieren kann. Schließlich habe ich um 9 Uhr einen Termin und Pünktlichkeit ist sowohl mir als auch Janina wichtig.
  • Die Schuldigen für die Kopfschmerzen wären auch schnell gefunden gewesen: das Bett, die Hitze, die auch durch das heftige Gewitter gestern Abend nicht abgekühlt war, der Wetterumschwung, der Mond, …
  • Als ich aufgehört habe, Tabletten gegen Schmerzen zu nehmen, weil ich merkte, dass sie mir nicht gut tun und dabei sowieso nichts bringen, war ich grummelig und innerlich wütend und hatte das Gefühl nur nach meiner Mama schreien zu können und nichts tun zu können. Damit haben mich die Schmerzen zurückgedrängt tagelang begleitet.
  • Frühstück ausfallen gelassen und schnell etwas zur Magenfüllung gegessen, damit der Körper ruhig ist und funktioniert.
  • In panische Aktivität verfallen um die Website schnell wieder herzustellen.
  • Auf die Firma gegrummelt, weil sie sich nicht um ihre Kunden kümmert.
  • Auf andere schimpfen und wütend werden, dass sie doch die Augen aufmachen sollen.
  • Auf sich selbst schimpfen, weil ich nicht so achtsam war, vorauszusehen, dass ich hinten mit der Sackkarre breiter bin und deshalb mehr Abstand zu anderen einplanen muss.
  • Über die Autofahrer schimpfen, die nicht so achtsam waren, daran vorbei zu fahren.
  • Wütend alles hinschmeißen und die ganze Aktion abbrechen.
  • Mit dem Kopf durch die Wand es trotzdem hinbekommen wollen, damit der Plan erfüllt wird.
  • Mich unfähig fühlen, weil ich nicht mal so eine kleine Aufgabe, wie Luftballons an Kinder verteilen hinbekomme.
  • Mich über das umsonst investierte Geld ärgern.
  • usw. Kennst du so was oder ähnliches auch?
 

Doch mein neuer Lifestyle der Körperunterstützung hat mich diesen Tag ganz anders erleben lassen als früher. Hier ein paar Eindrücke davon:

  • Die Kopfschmerzen heute morgen haben dazu geführt, dass ich meinen Blick auf das gerichtet habe, was gestern Abend vorgefallen ist. Ich habe an einem sehr interessanten Webinar teilgenommen, wo es um die Behandlung von Krankheiten der weiblichen und männlichen Geschlechtsorgane ging. Es war sehr interessant und lehrreich, da ich sehr viel Handlungskompetenz dadurch bekommen habe 🙂 Außerdem habe ich jemanden kennengelernt, der die Blutungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter mit eigenen Augen gesehen hat. D.h. meine Endometriose-Theorie wird aufgrund der neuen Erfahrungen überarbeiten werden, damit das auch integriert wird. Als ich mir das alles durch den Kopf gehen ließ und verschiedene Glaubenssätze gelöscht hatte, wurde mir bewusst, was die Ursache meiner ganzen Probleme war: von den vielen Schmerzen, der Endometriose und den anderen Frauenproblemen, über meine Brille bis jetzt zu den Kopfschmerzen.
    Als ich das ganze Thema dadurch entspannt und mit Leichtigkeit sehen konnte, waren meine Kopfschmerzen weg.
    Damit natürlich auch meine Zeit, aber meine Gesundheit ist mir schließlich wichtiger als Pünktlichkeit geworden.
  • Statt in Panik wegen der Website zu verfallen, habe ich Janina die Videos gezeigt, von denen ich wollte, dass sie mir ihre Meinung dazu sagt und wie sie angeordnet werden sollen. Die Zeit habe ich genutzt, um in Ruhe zu frühstücken.
  • Die Website konnte ich entspannt auf die Zeit nach dem Ausflug verschieben, ich brauche schließlich die Welt nicht mehr zu retten.
  • Trotz des ganzen Dramas mit der Sackkarre war ich präsent und in mir, und konnte mir entspannt Lösungsmöglichkeiten überlegen.
  • Dadurch konnte ich den Fahrradladen auf der anderen Seite des Busbahnhofs entdecken und dort mit meiner zerquetschten Scheibe hingehen, in der Hoffnung, dass ich dort Hilfe finde.
  • Auf dem Weg über den Busbahnhof ist mir aufgefallen, dass es viel sinnvoller ist, sich dort hinzustellen, da dort die Menschen Zeit für ein Gespräch haben.
  • Der Chef des Fahrradladens war ein Engel 🙂 Er hat nicht nur die Scheibe wieder ausgebeult, sondern auch noch das Rad wieder befestigt, so dass der Rückweg am Ende des Ausflugs entspannt war.
  • Wir haben durch das Chaos die Erfahrung gemacht, wie gut uns die Körperunterstützung tut, da wir trotz des Chaos in unserer Mitte geblieben sind und die Wackler schnell wieder auffangen konnten. Also Resilienz in Aktion 🙂
  • Damit haben wir für uns persönlich ganz viel gelernt und sind bestens gerüstet für die Schweinehundparty heute Abend.

Und was mir wichtig ist!

Es bleiben keine negativen Erinnerungen und „So nicht“-Entscheidungen übrig, die mich davon abhalten, wieder loszugehen und Menschen in ihrer Vielfalt zu begegnen.
Was bleibt ist Dankbarkeit für einen schönen Ausflug mit Janina und die Dankbarkeit für einen Engel, der mich in meiner Not unterstützt hat.
Deshalb noch einmal meinen besonderen Dank ans Zweiradhaus Norbert Köpcke am Eidelstedter Busbahnhof. 🙂
Und ein ganz besonderes Geschenk habe ich einen Tag später noch erhalten, als endlich die Telefonanlage bei Wonsak wieder funktioniert hat. Die Mietzeit für die Heliumflasche wurde bis Ende des Jahres verlängert. 🙂
Gudrun Dara Müller

Welche Erfahrungen hast du mit unserem neuen Lifestyle gemacht?

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